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Peer-Network

Zwei Ideen - Ein Ziel



Das Peer-Network-Konzept entstand aus der Kombination von zwei, getrennt voneinander implementierten, Programmen an der BHAK und BHAS Wien 10. Auf der einen Seite wurde bereits im Schuljahr 2009/10 das Peer-Learning-Programm ins Leben gerufen und im Laufe der Zeit verbessert bzw. erweitert. Auf der anderen Seite wurde im Schuljahr 2012/13 die unverbindliche Übung „Peer-Mediation“ gestartet.

Beide Programme sind in ihrer Grundidee darauf ausgerichtet, dass SchülerInnen sich gegenseitig unterstützend bzw. beratend zur Seite stehen. Das gemeinsame Ziel ist es, die bestehenden sozialen Kompetenzen der Schülerinnen zu wecken, zu nutzen bzw. zu erweitern. Während das Peer-Learning-Programm auf die gegenseitige Unterstützung in Bezug auf „Lernen“ sowie „Lernen lernen“ ausgelegt ist, werden in der Peer-Mediation die SchülerInnen zu Experten im Bereich der Konfliktbewältigung bzw. Streitschlichtung ausgebildet.

Beide Programme leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Schulklimas sowie zur Förderung der Gemeinschaft innerhalb der Institution Schule.

Das Besondere an diesen Programmen ist zudem, dass sie gemeinsam mit SchülerInnen gelenkt, entwickelt und verbessert werden. Ein wesentlicher Beitrag zur Schulentwicklung wird durch das Peer-Network von SchülerInnen und LehrerInnen gemeinsam übernommen.




Peer-Learning

Beim Peer-Learning-Programm an der BHAK Wien 10 handelt es sich um ein Programm, bei dem SchülerInnen (TutorInnen) anderen SchülerInnen beim erfolgreichen Erlernen der Inhalte laufend helfen. Ziel ist es, bereits bei Schulantritt mit Unterstützung von erfahrenen SchülerInnen das „Mitlernen“ zu institutionalisieren. Passend zu dem Sprichwort „Vorbeugen ist besser als Heilen“ soll regelmäßiges gemeinsames Lernen den Schulalltag erleichtern.

Während die teilnehmenden SchülerInnen lernen, Inhalte besser zu verstehen und so ihren Lernerfolg nachhaltig steigern, können die TutorInnen ihr Wissen gleichzeitig vertiefen und festigen. Somit steht das „Peer-Learning“ ganz im Sinne des Mottos „Fördern und Fordern“, mit dem Ziel die Dropout-Quoten langfristig zu senken. Anders als bei klassischen „Nachhilfe-Börsen“ versteht sich das Peer-Learning-Pogramm als eine institutionalisierte Lernbegleitung, mit dem Ziel, gemeinsames (vorbeugende) Lernen, über einen längeren Zeitraum hinweg zu fördern.

Das Ziel

Ziel ist, die Individualisierung des Lernens zu verbessern – es wird eine Förderung und Forderung basierend auf den Kompetenzen der jeweiligen SchülerInnen erreicht – die zur Persönlichkeitsentwicklung, fachlichen Weiterentwicklung und Erweiterung der sozialen Kompetenzen aller Beteiligten führt. Als Hauptziel ist außerdem die gemeinsame Schulentwicklung von SchülerInnen und LehrerInnen hervorzuheben. Die Leitung des Programmes erfolgt durch ein Koordinationsteam, das aus SchülerInnen und LehrerInnen besteht, wobei allen Beteiligten die gleichen Mitspracherechte zustehen.

Durch die Vernetzung der Kompetenzen der SchülerInnen und der LehrerInnen agiert das Programm am Brennpunkt und unterstützt dort, wo es notwendig ist. Zusätzlich ermöglicht es den SchülerInnen, sich auf Augenhöhe einzubringen und daran mitzuwirken, Schule vom Lernraum zum Lebensraum zu machen.

Das Programm

Schulformübergreifend stehen TutorInnen bereit, um in Tutoring-Times eine erfolgreiche und vor allem laufende Vorbereitung auf Prüfungen, Schularbeiten und - im Speziellen - die abschließende Matura gewährleisten zu können. Diese fachlich und sozial geeigneten TutorInnen unterstützen damit andere SchülerInnen bei ihrem Lernprozess. Dies hilft zum einen beim Erlernen der Inhalte und Social Skills, trägt aber auch einen wesentlichen Teil zur Bildung einer Schul- bzw. SchülerInnen-Gemeinschaft bei.

Alle SchülerInnen des Aufbaulehrgangs und der HAK haben somit die Möglichkeit, sich in einer gemütlichen und ungezwungenen Atmosphäre von engagierten Mitschülern beraten und helfen zu lassen, beispielsweise bei Hausübungen oder vor einer Schularbeit.

Seit dem Schuljahr 2013/2014 wird zusätzlich ein „Buddy-System“ für die ersten Klassen der HAK und des Aufbaulehrgangs angeboten. Jeder ersten Klasse stehen nun eigene Buddies zur Verfügung, die sich in regelmäßigen Abständen um die Vereinbarung von Tutoring-Stunden für die laufende Unterstützung bzw. für die Vorbereitung auf Schularbeiten kümmern.

Unterrichtsgegenstände

·       kaufmännische Fächer

·       Mathematik

·       Sprachen

·       weitere Gegenstände nach Bedarf


Tutorinnen und Tutoren

Wie werde ich TutorIn?

Es stehen drei Varianten zur Verfügung, um TutorIn zu werden:

·       Eigenbewerbung durch SchülerInnen

·       Vorschlag durch MitschülerInnen

·       Vorschlag durch unterrichtende FachprofessorInnen


Nutzen für TutorInnen

Neben der eigenen fachlichen und sozialen Weiterentwicklung im Zuge des gemeinsamen Arbeitens wird das besondere Engagement der TutorInnen durch Ausstellung und Überreichung eines Zertifikats besonders gewürdigt.

 

Kontaktaufnahme mit TutorInnen

Zu Beginn des Schuljahres erfolgt eine Vorstellung des Peer-Learning-Programms durch die KoordinatorInnen der TutorInnen in den teilnehmenden Klassen. Außerdem ist eine vollständige Liste der TutorInnen im Pausenraum ausgehängt. Zusätzlich werden diese Informationen auf der Seite der Facebook-Gruppe veröffentlicht.

Zur laufenden Kontaktaufnahme mit den TutorInnen stehen daher folgende Kommunikationswege zur Verfügung:

·       Geschlossene Facebook-Gruppe „gemeinsam erfolgreich“

·       Persönliche Kontaktaufnahme in der Schule


 Ressourcen und Medien

Um einen reibungslosen Ablauf und eine optimale Unterstützung der TutorInnen zu gewährleisten ist es essentiell, die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Diese beinhalten unter anderem:

·       Zur Verfügung stehende Räumlichkeiten (z.B.: Bibliothek)

·       Sammlung diverser Lehrbücher und Übungsbücher

·       Infrastruktur (Tafel/Whiteboard, Computer, Wörterbücher, etc.)

·       Moodle-Kurs
Allen SchülerInnen werden hier weiterführende Lernunterlagen zur Verfügung gestellt.

·       Facebook-Gruppe
Die Facebook-Gruppe „gemeinsam erfolgreich“ dient einerseits der modernen Kontaktaufnahme und andererseits als Plattform für die Veröffentlichung von Terminen, Neuigkeiten und organisatorischen Dokumenten.

 

 Feedback

Feedback ist die Grundlage für Verbesserungen und die immer fortschreitende Entwicklung dieses Programms. Aus diesem Grund steht den SchülerInnen sowie den TutorInnen jederzeit die Möglichkeit offen, Feedback abzugeben. Außerdem sollen im Rahmen eines Qualitätszirkels mit den TutorInnen am Ende jedes Schuljahres Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden. Somit soll eine stetige Weiterentwicklung des Programms gewährleistet werden.

Um das Peer-Learning Programm weiterzuentwickeln finden regelmäßige Strategiesitzungen statt, an denen die KoordinatorInnen, TutorInnen und LehrerInnen teilnehmen. An diesen Terminen werden ausgehend von aktuellen Problemen und aktuellem Feedback Verbesserungsmaßnahmen ausgearbeitet.


Peer-Management

Prof. MMag. Florian Wallner

Prof. Mag. Stefan Hava

Patricia Sittler (Schülerin der 5BK)

Suarta Shemo (Schülerin des 1AL)

Katharina Klotz (Schülerin der 4BK)



Peer-Mediation

Peer-Mediation ist eine bewährte Methode der Konfliktbearbeitung unter Berücksichtigung des Mediationsverfahrens. SchülerInnen erwerben durch eine umfangreiche Ausbildung die fachliche und soziale Kompetenz, um bei Konflikten zwischen SchülerInnen als Vermittler aufzutreten. Diese Ausbildung wird im Rahmen der unverbindlichen Übung „Mediation Basic“ und „Mediation Expert“ angeboten.

Diese unverbindlichen Übungen zielen darauf ab, SchülerInnen in Konfliktprävention, Konfliktmanagement und Mediation zu schulen und ihnen die damit verbundenen sozialen Kompetenzen näher zu bringen. Zentrale Inhalte in Bezug auf fachliche und soziale Kompetenzen sind daher:

·       Mediationsverfahren anwenden können

·       Kommunikationstechniken anwenden können

·       Konfliktprävention betreiben können

·       Diplomatisches Geschick fördern

·       Erkennen und Vorbeugen von (Cyber-)Mobbing

·       Verhandlungs-Know-How entwickeln

·       Gesprächstechniken anwenden können

 

Die Ausbildung umfasst 72 Stunden zu den Themengebieten Konflikte & Konfliktmanagement, Mediation, Gesprächsführung und Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung, etc. Im Rahmen der Ausbildung erwerben die SchülerInnen daher die Kompetenz, bei Konflikten zwischen „Peers“ zu vermitteln und im Rahmen des Mediationsprozesses die Streitparteien beim Finden einer Lösung zu unterstützen.


 Das Ziel der Peer-Mediation an der BHAK Wien 10

Die Grundhaltung hinter dem Engagement für Peer-Mediation sind Ergebnisse der Jugendforschung, die nachweisen, dass Jugendliche viele Verhaltensweisen von ihren „Peers“ – Gleichaltrigen – lernen und Probleme oder Konflikte oftmals leichter und schneller innerhalb der „Peer-Group“ lösbar sind. Daher vertraut das Programm „Peer-Mediation“ auf die bereits vorhandene Kompetenz der SchülerInnen und baut diese im Sinne einer kompetenzorientierten Pädagogik aus. Die SchülerInnen werden also in Bezug auf ihre fachliche und soziale Kompetenz gefördert, um sie einen weiteren Schritt in Richtung „fit for business“ zu begleiten.

Aus der Perspektive des Lernens von „Peer-Groups“ kommt den Peer-Mediatoren nach der Ausbildung daher nicht nur die Aufgabe der Streitschlichtung im konkreten Einzelfall zu. Einer der Hauptvorteile besteht in der erhöhten sozialen Kompetenz in den Klassen, die von den „Peer-Mediatoren“ durch ihre Ausbildung eingebracht wird. Aus langjähriger Erfahrung sinken die Konflikte in den Klassen dadurch massiv und der Aufbau bzw. die Verstärkung eines positiven Schulklimas wird stark begünstigt.


 Die Entwicklung des Programms

Im Schuljahr 2012/2013 wurde das Programm Peer-Mediation an der BHAK Wien 10 gestartet. Ausgehend von den guten Erfahrungen im Bereich des Peer-Learning-Programms und der Ausbildung von zwei ProfessorInnen zu MediatorInnen für den Schulbereich, wurde im Jahr 2011/2012 bereits anhand eines umfangreichen Konzepts die Einführung der unverbindlichen Übung vorbereitet.

Als wesentliche Elemente dieses Konzepts gelten unter anderem folgende Bereiche:

·       Aufgrund des Computerschwerpunkts an der BHAK Wien 10 liegt es nahe, das immer größer werdende Problem des Mobbings bzw. Cybermobbings im Rahmen dieses Kurses zu behandeln und Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten. Dafür benötigen die Teilnehmer eine Bewusstseinsbasis für ein Miteinander der Gegensätze.

·       Spielerischer Umgang mit unserer Sprache stärkt die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung und reduziert unweigerlich Missverständnisse, welche u.a. durch unterschiedliche Kulturen und Werte bzw. unterschiedliche Altersklassen auftreten. Den Teilnehmern soll durch Üben von richtigem Zuhören sowie mittels empathischer Erlebnisse in gestellten Situationen nähergebracht werden, wie man verschiedene Standpunkte aus einer Metaebene betrachten und im „richtigen Leben“ - auch unter emotionalem Stress - erfolgreich und gewaltfrei kommunizieren kann.

Ausgehend von diesem Programm startete die unverbindliche Übung im Schuljahr 2012/2013 mit 18 engagierten SchülerInnen. Die konkrete Ausbildung umfasst 72 Stunden zu den Themengebieten Konflikte & Konfliktmanagement, Mediation, Gesprächsführung und Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung, und vielem mehr.

Im Rahmen der Ausbildung erwerben die SchülerInnen daher die Kompetenz, bei Konflikten zwischen „Peers“ zu vermitteln, und im Rahmen des Mediationsprozesses die Streitparteien beim Finden einer Lösung zu unterstützen.


Das PeM-Programm

Seit dem Schuljahr 2013/2014 stehen die ersten Peer-MediatorInnen nach Abschluss der Ausbildung erstmals als Ansprechpersonen im Fall einer Mediation oder der Leitung eines Klassenrates für SchülerInnen zur Verfügung.

Um den Lerneffekt in den „Peer-Groups“ zu verstärken wurde ein „Buddy-System“ eingeführt, bei dem die Peer-MediatorInnen jüngere SchülerInnen als „Buddies“ begleiten und diesen in Bezug auf Klassenklima und auftretende Konflikte mit Rat und Tat zur Seite stehen. Somit werden die Peer-MediatorInnen zu Multiplikatoren sozialer Kompetenzen. Dadurch wird der Zusammenhalt der SchülerInnen massiv gestärkt sowie das soziale Schulklima positiv beeinflusst und weiterentwickelt.

Die MediatorInnen nehmen dadurch eine Big Brother/Big Sister Stellung bei den SchülerInnen der unteren Jahrgänge ein. Durch gezielte Kontaktaufnahme soll Vertrauen zwischen einem Klassenmediatorenteam und einer Klasse aufgebaut werden. Die einzelnen SchülerInnen nehmen so leichter im Falle eines Konfliktes eine(n) Mediator(in) in Anspruch.


Peer-Management

Prof. MMag. Florian Wallner

Prof. Mag. Karin Ryl

Prof. Mag. Stefan Pichler

Amira Shell (Schülerin der 5BK)

Ajla Behremovic (Schülerin der 3BK)

Esref Öztürk (Schüler der 4BK)



zuletzt bearbeitet von fwallner

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